Die Geschichte des TuS Philippstein

  v.l.: Hermann Fleck, Peter Löw, Wilhelm Ochs, Ardolf Hardt, Otto Müller II, Albert Götz und Heinrich Christmann.
v.l.: Hermann Fleck, Peter Löw, Wilhelm Ochs, Ardolf Hardt, Otto Müller II, Albert Götz und Heinrich Christmann.

Die Geschichte des Vereins TuS Philippstein e.V. 1909 reicht weit zurück in das 20. Jahrhundert und brachte einige neue Sportarten, für diese Zeit, hervor. Gründungsväter waren hierbei Hermann Fleck, Peter Löw, Ardolf Hardt, Otto Müller, Albert Götz und Heinrich Christmann.

 

Über den Verein erfahren wir dank einer Mitschrift von 1959 genauere Fakten, so wie das Datum der Gründung und einzelne Ereignisse in den vergangenen Jahren: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gewannen die Gedanken des Turnvaters Jahn in Deutschland weiteste Verbreitung und viele Turnvereine wurden in dieser Zeit gegründet. So weckte man auch die Interessen an Leibesübungen in unserem Dorf.

Über den Verein erfahren wir dank einer Mitschrift von 1959 genauere Fakten, so wie das Datum der Gründung und einzelne Ereignisse in den vergangenen Jahren: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gewannen die Gedanken des Turnvaters Jahn in Deutschland weiteste Verbreitung und viele Turnvereine wurden in dieser Zeit gegründet. So weckte man auch die Interessen an Leibesübungen in unserem Dorf.

 

Peter Löw, welcher zu jener Zeit Karl Mensinger aus Braunfels als Dachdecker bei sich beschäftigen ließ, vermittelte 1907 die ersten Turnstunden in Philippstein. Diese Übungen fanden auf dem damaligen Turnplatz am Wilhelmstollen in Sachsenhausen statt. Das Turnen fand Interesse bei der Jugend des Ortes, und nachdem viele Widerstände überwunden waren, konnte der Verein am 1.August 1909 angemeldet werden. Die Geburtsstunde des TuS Philippstein. Erster Vorsitzender wurde Peter Löw, Schriftführer Heinrich Christmann (Schreiner), Kassierer
Adolf Hardt, Turnwart Friedrich Diel. Der Namen des Verein: „Turnverein Philippstein“. Dem Verein traten bei seiner
Gründung etwa 30 junge Männer bei, von denen sich neben den bereits genannten Vorstandsmitgliedern Heinrich Müller, Hermann Fleck, Wilhelm Ochs, Heinrich Christmann (Schuhmacher), Albert Götz (Bäcker) und Otto Müller sich besonders eifrig für den Verein einsetzten. Neben Radfahren wurde hauptsächlich Leibesübungen praktiziert.


Der Verein stand vorerst unter einem schlechten Eindruck des damaligen Bürgermeisters Rosenkranz, da dieser befürchtete, dass sich der Verein zu einem „Saufverein“ entwickeln könnte. Am 10. August 1910 wurde zusammen mit dem TV Braunfels das erste Schauturnen veranstaltet. Es wurden dabei vor allem Freiübungen mit Musik gezeigt. Durch diese Veranstaltung konnten weitere Mitglieder gewonnen werden. Außerdem konnten durch die Einnahmen der Veranstaltung ein Reck, ein Faustball und Keulen finanziert werden. Auf ein Gesuch hin genehmigte die Kruppsche Bergverwaltung in Weilburg die Benutzung des Turnplatzes. Bei schlechtem Wetter fanden die Leibesübungen im Saale der Gastwirtschaft Fleck statt. Im April 1911 konnte ein Barren angeschafft werden, obzwar die 143,80 Mark für den Verein eine große Summe bedeutete. Somit wuchs der Verein immer weiter und nahm immer öfter an Veranstaltungen teil, welche oftmals mit guten Platzierungen beendet wurden. Der erste Weltkrieg ließ den Verein pausieren, da in dieser Zeit keine Turnveranstaltungen möglich waren. Erst im März 1919 konnte die Arbeit wieder aufgenommen werden.


Neben Turnen wurde nun auch viel Gewicht auf Faustball und Leichtathletik gelegt. In der Inflationszeit hatte der Verein ein astronomisches Vermögen; in der Generalversammlung am 8.März 1924 wurde ein Kassenbestand von 12.543.264 Mark infolge der Geldentwertung gestrichen, der neue Wert dieser großen Summe betrug nur noch 1,2 Pfennig! Somit musste der Verein unter seinem Vorsitzenden Heinrich Rosenkranz von neuem beginnen. Dank der Opferbereitschaft der Mitglieder und der harten Arbeit des Vorstandes, konnte auch diese schwere Zeit überstanden werden. Nun fand auch der Fußball in immer weiteren Kreisen Eingang, und aus diesem Bedürfnis heraus wurde der Wunsch nach einem Sportplatz unter Hilfe der Gemeinde endlich verwirklicht. 1929 wurde das Gelände des heutigen Sportplatzes abgeholzt und mit einer staatlichen Beihilfe wurden durch den Bauunternehmer Demmer die ersten Erdarbeiten ausgeführt. Da die vorhandenen Mittel zur Fertigstellung aber nicht ausreichten, wurden sie als Notstandsarbeit und später in freiwilligem Einsatz der Vereinsmitglieder, die zum größten Teil arbeitslos waren, fortgeführt und beendet. Um ein ebenes Spielfeld zu erhalten, mussten an der Ostseite des Platzes fast vier Meter Erde abgetragen und an der Südseite angefüllt werden. Der felsige Untergrund gestaltete die Arbeiten äußerst schwierig und für Sprengmittel war kaum Geld vorhanden. Das Material wurde dann in Loren transportiert und an der Südseite aufgefüllt. Um die Fertigstellung des Sportplatzes machten sich besonders August Prang, Hermann Prang, Wilhelm Bernhardt, Fritz Zimmerschied, Karl Schwanz und Schießmeister Wilhelm Götz verdient. Zu Pfi ngsten 1931 fand dann das erste Fußballspiel gegen Schwalbach statt, zu dem der Verein folgende Mannschaft stellte: Heinrich Jung II, August Prang, Willi Götz, Ludwig Prang, Emil Schneider, Fritz Zimmerschied, Hartmann Wallbruch, Emil Prang, Andreas Prang, Richard Kunkler und Emil Gath. Somit wurden in diesem Jahr Sportarten wie Turnen, Fußball, Faustball, Leichtathletik, Boxen und Ringen praktiziert.


Heute besteht der Verein bereits seit 106 Jahren. Dabei haben sich die Sportarten Tischtennis, Badminton, Gymnastik und Tanz erhalten.